Öko-Test hat 30 Rapsöle getestet. Elf davon sind spitze. Aber bei einigen fanden die Tester Schadstoffe, ein Rapsöl entält sogar ein längst verbotenes Pflanzenschutzmittel.

Rapsöl wird in Deutschland am häufigsten verwendet

Rapsöl ist das beliebteste Speiseöl der Deutschen. Rund 78 Millionen Liter Rapsöl konsumierten die privaten Haushalte 2023. Damit enthielt etwa jede dritte verkaufte Speiseölflasche Rapsöl. Dahinter folgen Sonnenblumenöl mit 60 Millionen Litern und Olivenöl mit 34 Millionen Litern. Grund genug also für Öko-Test, Rapsöl einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die gute Nachricht zuerst: Elf der 30 getesteten Öle erhielten die Bestnote “sehr gut”. Zu den Testsiegern gehören zum Beisipel das Vita D’Or Reines Rapsöl von Lidl und das dm Bio Rapsöl.

Produktion von Rapsöl
Rapsöl ist das beliebteste Öl in Deutschland.

Bio-Produkt enthält verbotenes Pestizid

Doch es gibt auch Schattenseiten: Ausgerechnet in dem Bio-Produkt Dennree Rapsöl kaltgepresst hat das beauftragte Labor den Rückstand des Pestizids DDT nachgewiesen, das in Deutschland seit 1972 im Anbau verboten ist:

  • Laut Anbieter stammt das Rapsöl aus Rumänien, aber auch dort und fast in der ganzen Welt ist DDT längst verboten.
  • Es gilt als wahrscheinlich krebserregend und ist hochgiftig für viele Tierarten.
  • Zudem gehört es zu den in der Umwelt nur sehr schwer abbaubaren Verbindungen.

„Der Fund war niedrig und das betroffene Rapsöl darf deshalb noch verkauft werden. Dennoch sehen wir die Hersteller in der Verantwortung Produkte anzubieten, die frei von derartigen Rückständen sind – insbesondere, wenn es sich um ein Bio-Produkt handelt“, sagt Lebensmittelchemikerin und Öko-Test Projektleiterin Lisa-Marie Karl.

Weitere problematische Inhaltsstoffe in Rapsöl-Produkten

Neben Pestizidrückständen stieß das von Öko-Test beauftragte Labor auch auf Transfette, die die Verbraucherschützer schon seit vielen Jahren nicht mehr in dieser Höhe in Lebensmitteln nachgewiesen haben. Transfette sind ungesättigte Fettsäuren, vor denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, weil eine hohe Aufnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Seit 2019 gibt es einen EU-Grenzwert. Aus Öko-Test-Sicht sollten die Gehalte so gering wie möglich ausfallen. Für zwei Produkte im Test gibt es Punkteabzug, da sie den Grenzwert um mehr als 50 Prozent ausschöpfen.

Rapspflanze für Rapsöl
Aus Rapspflanzen wird das Öl hergestellt.

Diese Öle enthalten Mineralölrückstände

Wie auch schon im vergangenen Test von Rapsölen stecken diesmal wieder in einigen Produkten Mineralölrückstände. In zehn Produkten sind die gemessenen Werte aus Öko-Test-Sicht so hoch, dass sie sie abwerten. Als besonders kritisch gelten die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). In dieser großen Gruppe von Stoffen befinden sich auch krebserregende Substanzen. MOAH stecken in drei Testprodukten:

  • Tegut Bio Rapsöl kaltgepresst, nativ
  • Penny Reines Rapsöl
  • Biovit Bio Rapskernöl kaltgepresst-nativ

Alle Informationen und Testergebnisse gibt es bei Öko-Test.

Fotos: Ovid, Pixabay / Conger Design und Markus Distelrath

Quelle: Öko-Test

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